16. Törchen

Utopie

 

Ein Ort den's nicht gibt und doch ist er da

Mal ist er fern und mal ist er nah

Ein Ort, so schön wie nichts auf der Welt

Denn frei ist man dort, weil nichts einen hält

 

Und jeder Traum ist dort real

Die Realität ist dort egal

Der blosse Wunsch ist das, was zählt

Den jeder Mensch für sich allein wählt

 

Was einem nicht passt, das denkt man fort,

Und schafft so einen viel schöneren Ort

Farben, die ändern, Formen auch

Nach keinem Gesetz, nach keinem Brauch

 

Der Himmel blau, dort wird er weiss

Am Nordpol windet's und es ist heiss

Die Wüste nicht aus Sand besteht

Die Blumen blühen, wo man geht

 

Musik, die von nirgends zu kommen scheint

Eine Wolke, die statt zu regnen weint

Die Erde beim Atmen sich hebt und senkt

Dort wird alles möglich, wenn man's nur denkt

 

Wer dran nicht glaubt, dort nichts erschafft

Auch war dort nie die Wissenschaft

Sie fragt sich sicher, wie es geht

dass Mensch und Tier sich dort versteht

 

Grenzen, Regeln, Gegensatz

Nur das hat dort keinen eigenen Platz

Wer Regeln will, der macht sie selbst

Denn dies ist seine eigene Welt

 

Wer fliegen will, der kann dies tun

Wer müde ist, der kann dort ruh'n

Den Weg dorthin kennt jedes Kind

Im Schlaf man ihn findet, leicht wie Wind.

 

Was da regiert, ist Phantasie

Der Ort, der nennt sich Utopie

Und wer dort war, vergisst ihn nie.

 

© Linda E. Wilhelm

 

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